2016 – was bisher geschah

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Ein Rückblick auf die erste Hälfte des Jahres mit ihren vielen Aktionen. Teil 2 mit dem Rückblick ab Mai und ein Ausblick auf den Rest den Jahres folgt.

 

27.01. Kleidertauschparty

Los ging’s für uns mit einer Wiederauflage der Kleidertauschparty mit und in der Schwalbe in Schönwalde II Ende Januar. Tauschen statt kaufen kam sehr gut an: Es kamen über 50 Menschen verschiedensten Alters, Geschlechts und Hintergrunds, um Klamotten aller Art zu tauschen. Viele brachten deutlich mehr Kleidung und Accessoires als sie wieder mitnahmen, sodass z.B. auch Flüchtlingsfamilien ohne Gegenleistung etwas mitnehmen konnten. Das Konzept tauschen statt kaufen begeistert also immer mehr Menschen, die damit einen Schritt zum nachhaltigeren Textilkonsum gehen. Repariert und aufgehübscht wurde ebenso direkt vor Ort mithilfe von Nähmaschinen aus der Kabutze. Damit haben wir gemeinsam ein Zeichen gegen Fast Fashion und unseren Klamotten-Überfluss gesetzt – wer braucht schon über 100 Kleidungsstücke im Schrank, von denen 40% so gut wie nie getragen werden und zu denen dann noch jeden Monat 5 dazukommen? Das ist die durchschnittsdeutsche Realität, doch sollten wir stattdessen lieber darangehen, die Lebensdauer unserer Kleidung zu verlängern und bei Neukäufen auf Textillabel für umweltverträgliche Herstellung achten. Dahinter stehen schließlich Ausbeutung durch Billiglohn und mangelnden Arbeitsschutz sowie die Verschmutzung von (Trink-)wasser in Asien. Und günstiger ist tauschen statt kaufen auch für das eigene Portemonnaie.

29.02. Filmabend How to Change the World

Am Schalttag des Jahres wurde das Inititativenbüro zum Heimkino. Auf dem Programm: How to Change the World - wie alles begann: 1971 segelt eine Gruppe engagierter Leute mit einem kleinen Boot in eine Atomtestzone vor der Küste Alaskas – diese Protestaktion begeistert, inspiriert und verändert die Welt. Damit beginnt die Geschichte von Greenpeace und der gesamten modernen Umweltbewegung. Es war der nicht geplante Start eines Umbruchs, der inzwischen längst unsere ganze Gesellschaft erreicht hat. Die improvisierten Sitzreihen wurden voll, Film und Buffet kamen bei allen gut an. Und viele blieben noch lange nach dem Film, es entsponnen sich spannende Gespräche nicht nur, aber auch über die Frage wie wir die Welt positiv verändern können.

 

19. & 20.3. #Wellemachen für saubere Meere - Müllsammelaktion

Zwei Tage lang Müll sammeln – wer hat darauf schon Lust? Doch ziemlich viele, wie das März-Wochenende zeigte, an dem wir in Zusammenarbeit mit dem Nabu Kreisverband und unterstützt von jeweils gut 20 freiwilligen Greifswalder Helfer*innen erst das Ryckufer und dann die Credneranlagen säuberten.

Der Müllberg, den wir am Ende auftürmten, wuchs auf rund 800 (!) Kilogramm und hielt allerlei Kuriositäten bereit: einen Stapel Staubsauger, ein bis auf das Licht funktionsfähiges Fahrrad und ein Paar Skier, sowie eine Sexpuppe, die leider einziger Fokus der lokalen Berichterstattung wurde. Die Müllfunde wurden an beiden Tagen zum Ende der Sammelaktion präsentiert und schließlich fachgerecht entsorgt. Die Hälfte des gesammelten Mülls waren Plastikteile, darunter viele Lebensmittel- und Fast-Food-Verpackungen sowie Plastikflaschen.

„Welle machen für saubere Meere – Gemeinsam gegen Plastikmüll“ war das Motto, unter dem sich Umweltschützer in 65 Städten an dem von Greenpeace veranstalteten bundeweiten Aktionstag beteiligten. Hintergrund ist die dramatische Menge an Plastikmüll in den Meeren: Bis zu 13 Millionen Tonnen Plastikabfälle gelangen jedes Jahr weltweit alleine von Land aus ins Meer, wo sich schon kontinentgroße Müllstrudel gebildet haben. Im und am Meer werden Plastikteile zur tödlichen Falle für viele Meereslebewesen wie Seevögel, Schildkröten oder Meeressäuger. Um die Gefährdung einzudämmen, ist ein Umdenken in Industrie, Politik und bei uns Verbrauchern dringend nötig. Plastiktüten verteuern und freiwillig abschaffen ist da schon ein kleiner Schritt, dem aber noch viele größere folgen müssen.

Im Zeichen der Atomkraft: Fukushima- und Tschernobyl-Gedenktage, 25.04. Filmabend Ding am Deich und 30.04. AKW-Besichtigung

Im März jährte sich außerdem die Atomkatastrophe von Fukushima zum 5. Mal (während hierzulande die Atombetreiber den Staat auf Schadenersatz für die daraus folgende vorzeitige Abschaltung verklagen). Im Mai folgte ein weiterer Atomunfall-Gedenktag: An Tschernobyl von vor 30 Jahren.

Dies nahmen wir zum Anlass, den Film Das Ding am Deich zu zeigen, der den Widerstand gegen das AKW Brokdorf in dieser Zeit porträtiert. Wenige Tage später wagten wir uns noch näher ans Thema: Ein Besuch im AKW Nord bei Lubmin stand an, mit einer großen Gruppe Interessierter aus Greifswald und dem Umland. Die kostenlose mehrstündige Führung wird vom Betreiber EWN angeboten und bietet beeindruckende Einblicke in das Kraftwerk, bis hinein in den Reaktor. Nur die kritischen Fragen zum Zwischenlager nebenan werden gerne nicht ganz so ausführlich und direkt beantwortet… Als Gruppe an der Besichtigung teilnehmen werden wir auch in Zukunft ca. zwei Mal pro Jahr. Das große Interesse für die Führung im April sorgte dafür, dass wir schon im Juli ein zweites Mal dort waren.

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